Wenn das orthodoxe Gewissen spricht … Verbote sind keine Fesseln, sondern ein Weg zur Erlösung
Verfasst von : Milad Korkis
Inmitten der Tage, die sich gierig nach den Begierden des Fleisches sehnen, in einer Welt, in der die Grenze zwischen Tugend und Sünde zu einem verblassenden Faden wird, erhebt sich die Orthodoxie wie eine Mutter, tief verwurzelt im Ursprung der Zeit. Sie ruft ihre Kinder, zieht sie nicht an den Kragen, sondern am Herzen, und sagt ihnen: "Ich bin nicht hier, um euch zu fesseln, sondern um euch zu befreien von dem, was euch niederdrückt, ohne dass ihr es bemerkt"
Sie ist keine Kirche aus Stein, keine starre liturgische Institution, sondern eine warme Umarmung, wie der Schoß der Mutter, wenn ihre Kinder den Weg verlieren
Im Herzen der Orthodoxie wird der Mensch nicht als verurteilter Sünder behandelt, sondern als verlorener Sohn, der würdig ist, zurückzukehren
Die Tür klopft nicht an den Kopf, sondern ans Herz
Denn der Herr wohnt nicht nur im Tempel, sondern in dem Wort, das mit Liebe gesprochen wird, in dem Blick, der Mitgefühl trägt, in der Hand, die nicht zurückweist, selbst wenn sie entlarvt
In der orthodoxen Lehre beginnen die Verbote nicht mit steinernen Gesetzen im Buch der geistlichen Polizei, sondern mit dem Gewissen, mit dem Herzen, mit dem tiefen Bewusstsein des Menschen für seine Würde als Sohn Gottes, als lebendiger Tempel des Heiligen Geistes, als Wesen, das nicht nur durch das, was es isst oder trägt oder begehrt, definiert wird, sondern durch das Licht in seinen Augen, durch die Wahrhaftigkeit in seiner Seele, durch die Treue in seinem Innersten
Jedes Verbot in der Orthodoxie ist eine Übersetzung der Ablehnung von Verletzung
Die Sünde ist nicht nur ein Akt gegen Gott, sondern zuerst gegen dich selbst
Sie ist Verrat an dir selbst, Verzerrung deines ursprünglichen Bildes, eine Rückkehr in die Dunkelheit, nachdem du das Licht gekostet hast
Verbote sind keine Scheren, die deine Flügel schneiden, sondern Verkehrsschilder, die dich davon abhalten, in einen Abgrund zu stürzen, aus dem es keine Rückkehr gibt
Wenn man sagt: Ehebruch ist verboten, dann nicht, weil der Körper böse ist, sondern weil der Herr ihn geheiligt hat, ihn zum Gefäß der Liebe gemacht hat, nicht zum Werkzeug flüchtiger Begierde
Wenn man sagt: Lüge ist verboten, dann nicht, weil das Wort schlecht ist, sondern weil das Wort geschaffen wurde, um Leben zu geben, nicht zu täuschen
Wenn man sagt: Hochmut ist Sünde, dann weil der Mensch geschaffen wurde, demütig wie Christus zu sein, nicht ein Pfau, der auf der Asche anderer tanzt
Wenn man sagt: Abtreibung ist verboten, dann weil jeder Herzschlag im Mutterleib ein kleines Gebet zum Himmel ist
Wenn man sagt: gleichgeschlechtliche Beziehungen sind falsch, dann weil der Herr Mann und Frau geschaffen hat, und alles andere ist eine Verzerrung des göttlichen Plans, kein Ausdruck von Vielfalt
Die orthodoxe Freiheit ist keine schrankenlose Freiheit, sondern ein Ruf, das zu lieben, was Gott liebt, und das abzulehnen, was Sein heiliges Herz ablehnt
Freiheit bedeutet nicht, alles zu tun, was du willst, sondern das Richtige zu tun, auch wenn du es nicht willst
Wahre Freude beginnt nicht mit Lust, sondern mit Reinheit
Die Kirche verurteilt den Sünder nicht, sondern liebt ihn und begleitet ihn zur Buße
Die Kirche ist kein Gerichtssaal, sondern ein Krankenhaus
Der Priester ist kein Richter, sondern ein Arzt, der dir das Rezept der Erlösung gibt
Die orthodoxe Frau wird nicht eingeschränkt, weil sie eine Frau ist, sondern geehrt, weil sie Trägerin des Lebens ist
Daher wird von ihr erwartet, dass sie nicht abtreibt, nicht weil sie Sklavin eines Gesetzes ist, sondern weil sie Mitschöpferin mit Gott ist
Ihr Körper ist ein Tempel, nicht ein Markt
Deshalb wird von ihr Bescheidenheit erwartet, nicht aus Scham, sondern aus Ehrfurcht
Und sie wird nicht zum Priestertum berufen, nicht aus Diskriminierung, sondern weil der Herr für jeden eine Rolle in Seinem Plan hat
Der orthodoxe Mann wird nicht von Genuss und Führung ausgeschlossen, sondern er wird zur Verantwortung berufen
Er soll kein Tyrann, sondern ein Hirte sein
Kein Unterdrücker, sondern ein Beschützer
Er soll seine Frau lieben wie Christus die Kirche
Er soll seine Kinder mit Glauben erziehen, nicht mit Angst
Er soll in sich selbst ein Bild der Gnade sein in einer Welt, in der Männer zahlreich, aber echte Männer selten sind
Die Verbote in der Orthodoxie sind keine Liste an der Wand, sondern eine Liebesgeschichte mit Gott, die keinen Verrat duldet
Sie sind keine trockenen Gesetze, sondern ein ständiger Ruf zur Umkehr
Jedes Fasten ist ein Sieg über die Begierde
Jedes Bekenntnis ist eine Zerstörung der Lüge, die wir über Gottes Antlitz schreiben
Jede Eucharistie ist eine Erinnerung, dass wir zum Leben geschaffen wurden, nicht zum Untergang
Die Orthodoxie lehnt Sünde in all ihren Formen ab, aber sie öffnet ihre Arme wie der Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn
Sie flüstert: "Komm zurück, ich bin deine Mutter, nicht dein Gefängniswärter"
Die Verbote sind nicht das Ende deiner Freiheit, sondern ihr Schutz
Sie erinnern dich daran, wer du bist
Sie führen dich zurück zu dir selbst, zu Gott, zum Licht in dir
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